Eine Woche vor der Wahl keimte unter den Sozialdemokraten die Hoffnung auf ein Wunder. Die Umfragen zeigten steigende Werte für Steinmeier, Verluste für Merkel.
Ein einhalb Wochen nach der Wahl steckt die SPD trotz personeller Veränderungen nach wie vor fest in der von Ihr selbstverschuldeten Krise. Steinmeier führt die Fraktion, Gabriel die Partei und Nahles soll als Generalsekretärin die Partei nach vorne bringen. Laut aktuellen Umfragen ist der designierte Parteichef Gabriel nicht der Richtige für dieses Amt und viele behaupten Steinmeier wäre besser Parteichef als Fraktionschef. Aber kann dieses Dreigestirn die ersehnte Wende herbeiführen ?
Natürlich sind Politikinhalte das Entscheidende. Steinmeier hingegen will die SPD-Regierungspolitik der letzten 11 Jahre nicht verteufeln, an der er ja zusammen mit Merkel bedeutend mitgewirkt hat. Sicherlich gab es auch in der Agenda 2010 Punkte, die positiv zu bewerten sind, wie z.B. den Ausbau der Ganztagsschulen. Die Wählerschaft hingegen hat durch Ihren Vertrauensentzug klare Zeichen gesetzt.
Die Krisenbewältigung hat noch lange nicht begonnen. Es müssen sämtliche Politikinhalte auf den Prüfstand.
Gerade in Zeiten einer globalen Krise, wachsender Unsicherheit über die Zukunft muss eine sozial ausgerichtete Partei die Menschen erreichen.