19.01.2012

Mitgeschnittene Telefonate belasten Kapitän der Costa Concordia

Ist Francesco Schettino, Kapitän des Kreuzfahrschiffes Costa Concordia, ein unfähiger Mann? Fahrlässige Tötung und vorzeitiges Verlassen des Unglücksschiffes sind die Hauptanklagepunkte, denen er sich stellen muss. Mitgeschnittene Telefonate erhärten diese Vorwürfe.

Wie sicher ist das Reisen auf großen Kreuzfahrtschiffen? Betrachtet man die aktuellen Ereignisse kommt man schnell ins Grübeln, ob Personal und Offiziere der angebotenen Billigreisen ausreichend ausgebildet und für Notfälle geschult sind. Glaubt man Passagieren der Costa Concordia, war dies nicht der Fall. So musste ein Gast selbst eines der Rettungsboote an Land steuern, da der anwesende Matrose nicht im Stande war, den Motor zu betätigen.

Auch Kapitän Francesco Schettino scheint grob fahrlässig gehandelt zu haben. Nicht nur, dass er das Kreuzfahrtschiff direkt auf einen Felsen gesteuert hat, auch ließ er den sinkenden Kahn und die hilflosen Passagiere im Stich. Mitgeschnittene Telefonate von Schettino mit der zuständigen Hafenkommandantur belasten nun den Kapitän der Costa Concordia besonders. Vor allem das dritte Gespräch mit dem diensthabenen Küstenwachoffizier Gregorio De Falco untermauert die Vorwürfe.

De Falco fordert Schettino mehrfach auf zum Schiff zurück zu kehren, es wieder zu betreten und von Bord alles zu regeln sowie Auskunft über Passagiere zu geben. Schettino, der sich bereits in einem Rettungsboot befindet, das er kurz nach dem Unglück betreten hat, weicht diesen Befehlen immer wieder aus und betritt auch danach nie wieder das Schiff. Selbst auf Anweisung des Hafenkommandanten kehrt er nicht zur Costa Concordia zurück oder versucht sein fehlerhaftes Verhalten gutzumachen.

Natürlich könnte man einwenden, dass Schettino unter Schock gestanden habe und sich dem Ausmaß des Unglücks noch nicht bewusst war. Allerdings sollten gerade Kapitäne eines Kreuzfahrtschiffes mit tausenden Gästen auf solche Fälle vorbereitet sein. Gerade darin liegt im Notfall ihre Aufgabe. Anderseits zeigt das Schicksal der Costa Concordia, dass auch die Größe eines Schiffes an ihre Grenzen stößt, denn auf eine Rettung aller Passagiere sind diese Riesen gar nicht ausgelegt.

Francesco Schettino’s Untersuchungshaft wurde aktuell in einen Hausarrest umgewandelt - für sein Verhalten wird er sich auf jeden Fall verantworten müssen.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien