23.06.2011

Stuttgart 21: Stille um ein immer noch akutes Thema

Es musste noch was kommen, die Ruhe, die sich um das Projekt Stuttgart 21 aufgetan hatte konnte nicht von langer Dauer sein.

Die Hoffnung man hätte sich geeinigt bestand eigentlich nie. Jetzt gehen die Proteste wieder los, denn die Bauarbeiten am umstrittenen Bahnhofsprojekt gehen weiter. Anders als geplant will die Bahn nun während der siebenjährigen Bauphase zur Absenkung des Grundwasserspiegels mehr als doppelt so viel Grundwasser vom Geländer abpumpen.

Jüngst begann die Bahn mit den Bauarbeiten für dieses Vorhaben. Über eine Vielzahl an Pumpen soll das Wasser über insgesamt 16 Kilometer lange Rohre in 78 sogenannte Schluckbrunnen in die Innenstadt gepumpt werden, um das Wasser dort wieder in den Untergrund zu leiten. Die geplante Aushebung könnte allerding durch das Eisenbahn-Bundesamt, das als Aufsichtsbehörde fungiert, verzögert werden, sollte das Amt die Arbeiten nicht genehmigen. Gegner befürchten, dass sich die Bahn nicht an die Versprechungen hält, die sie im Stresstest gegeben hatte.

Außerdem wird vermutet, dass das Unternehmen mögliche Risiken verschweigt. Jetzt wurden wieder Großdemonstrationen angekündigt. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten wurde bereits von 70 Demonstranten blockiert. Indes kritisiert Bahn-Chef Grube, dass die Grünen nicht ehrlich mit den Wählern gesprochen hätten und wirft der Partei, die in Baden-Württemberg den ersten grünen Regierungschef stellt, Wählerfängerei vor. Die Grünen hätten von Anfang an gewusst, dass die Bahn nicht mehr aus den vereinbarten Verträgen für den unterirdischen Bahnhof herauskomme. Wie es nun weiter gehen soll ist noch offen. Während die Grünen das Projekt ablehnen befürwortet es der Koalitionspartner, die SPD. Eine Entscheidung fällt wohl frühestens im Oktober, dann soll in einem Referendum das Volk entscheiden. Bis dahin wird es sich nicht ruhiger um das umstrittene Projekt, das auch auf anderen Ebenen für Unruhe sorgt.

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